Wer ist man, wenn man nicht mehr ist, wer man ist?

testmonster testmonsterblog

5 Jahre ist es her…..die Sonne schien, ich war allein zu Haus, saß in meinem Ikea-Sessel und starrte nach draußen. Ich fühlte nichts…..einfach überhaupt nichts….bis auf den großen Wunsch einfach nicht mehr da zu sein. Es war als wäre ich leer und genau da wollte ich hingehen….ins Leere…..

Menschen, die mich beschreiben müssten, würden folgende Worte benutzen:

klar, zielstrebig, strukturiert, organisiert, deutlich, positiv, immer nach vorne schauend, fröhlich, humorvoll, starke Persönlichkeit

Menschen, die mich kennen, hätten mich niemals so beschrieben:

depressiv, zurückgezogen, traurig, selbstmordgefährdet, unfähig

3 weitere Jahre, seit meines „Sesselerlebnisses“ vergingen….bis zu dem Tag des völligen Zusammenbruchs. Burnout war für mich eine Modekrankheit, Depressive waren für mich irgendwie verrückt und bekamen einfach nur ihr Leben nicht auf die Reihe und Therapeuten?….wer braucht denn bitte diesen Berufsstand?! Ich war vollgepackt mit Vorurteilen und ICH? ICH! war doch eine starke Persönlichkeit….Lebenskrisen hat doch jeder mal.

Ich könnte ein Buch schreiben, ein Buch über die Odysee einer Krankheit, die nicht offensichtlich, aber dennoch da ist. Eine Krankheit, die man nicht erklären kann, außer man durchlebt sie selber, eine Krankheit, die furchtbar einsam macht! Wenn dann noch jemand erkrankt, der sonst wie ein „Baum im Leben steht“, wird es noch schwieriger die Situation erklärbar zu machen und man will es auch nicht….sich ständig erklären und Dinge hören, wie: „nimm dir mal ne Auszeit“, „schlaf dich aus“, „geh mal vor die Tür“ oder am allerbesten „reiß dich zusammen“.

Hilfe…..

Wartelisten von 12 Monaten bei Therapeuten…..weisen auf einen Notstand hin und auf die Aktualität psychischer Erkrankungen. Ich habe mich durch Berge von Formularen gekämpft, habe mich zigfach begutachten lassen….ich lag schon am Boden und es wurde einfach nur noch schwerer. 3 mal stand ich vor einer psychatrischen Einweisung, weil ich nicht mehr da sein wollte. Ich musste mich täglich telefonisch melden um nachzuweisen, dass ich noch lebe…..

6 Wochen Reha…..

Warum jetzt ein Jahresrückblick? Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass ich aus einer 6-wöchigen Reha zurückkehrte….von der Ostsee. Das Meer war mir dabei besonders wichtig; viele Stunden habe ich am Strand verbracht, die Schleusen geöffnet und meine Traurigkeit in den Wind geschrien! Aus rein fachärztlicher Sicht war die Reha sinnlos, aus rein menschlicher Sicht ein voller Gewinn. Auf Frauen zu treffen, die aus den unterschiedlichsten Gründen am selben Punkt waren, war erlösend. Wir haben gemeinsam gelacht, wir haben gemeinsam geweint, wir haben uns in Ruhe gelassen, wenn es notwendig war. Wir haben uns akzeptiert und unsere tiefsten Ängste kennengelernt und wir haben aufeinander aufgepasst. Jede von uns hat die Klinik als weiter „krank“ verlassen……

P1020644 2

Freunde…..

Ein schwieriges und emotionales Thema……In 6 Wochen Reha hat nicht einmal mein Telefon geklingelt….als Begründung hörte ich hinterher oft „wir wollten Dich in Ruhe lassen„. Ein depressiver Mensch DARF NICHT in Ruhe gelassen werden, er braucht Hilfe, er braucht jemanden, der da ist und die Hand hält……. Ganz ehrlich! Wir googlen jeden verdammten Scheiß und jeder, der echtes Interesse hat zu helfen, muss einfach nur mal nach „Depression“ suchen…….Ich war weg und dann war ich wieder da und die Erwartungshaltung war „jetzt ist sie wieder gesund„; mir ging es schlimmer als jemals zuvor. Ich wollte wieder zurück ans Meer, zu meinen Mädels, die mich verstanden haben……ich hätte am liebsten alle Zelte hinter mir abgebrochen oder meine Existenz in Luft aufgelöst.

was mir geholfen hat…..

Weder Therapien, noch Tabletten waren hilfreich. Ich war einmal so ausgeknockt durch die Einnahme von Psychopharmaka, dass ich mich strikt gegen Tabletten gewehrt und nie wieder welche genommen habe. Eine ausgesprochen große Hilfe war ein Buch….ein Buch was immer noch neben meinem Bett liegt und was ich wie einen Talisman mit mir herumgschleppt habe. 12 Monate habe ich gebraucht um es komplett zu lesen….ich habe mich so sehr selbst darin gefunden, dass ich oftmals tränenüberströmt vor den Seiten saß. Geschrieben hat es Sally Brampton: „Das Monster, die Hoffnung und ich„. Sally hat für die Vogue geschrieben und war die Herausgeberin der Zeitschrift „Elle“, also auf jeden Fall auch eine starke Persönlichkeit und zielstrebige Frau, wichtige Parallelen für mich……Auf Seite 133 kommt folgende Textstelle:

Wer ist man, wenn man nicht mehr ist, wer man ist? Was fängt man mit einem Selbst an, das nicht mehr man selbst ist? Wenn man nicht weiß, wer man ist, wie soll man dann weiterleben? Wenn man nicht als man selbst leben kann, für wen und wofür lebt man dann? Meine Tochter. Ich lebte weiter für Molly. Sie war mein strahlender Stern, der lebende Fixpunkt in meinem toten Universum.

Dieses Zitat beschreibt sehr gut, warum ich heute noch da bin…….Ich bin Mutter…mit Leib und Seele! Luca bedeutet für mich alles! Es war ein großes Glück ihn zu bekommen und in meinen dunkelsten Stunden, war es genau das, was mich am Leben gehalten hat…..so schwer es auch war.

testmonster testmonsterblog

P1020665 2

wer bin ich heute?

Krankheiten verändern Menschen! Ich bin still geworden, ich bin gern alleine, zu Hause fühle ich mich sicher und glücklich. Ich versuche auf mein Herz zu hören und meiner Intention zu folgen. Ich bin ein nachdenklicher Mensch geworden und ich schaue ganz genau hin und ich sehe sehr viel Oberflächlichkeit. Das ist nicht schlimm, denn das hilft sich darauf zu besinnen was man hat und wer man wirklich ist. Ich versuche zu sein, wer ich wirklich bin….mit all meinen Fehlern und auch guten Seiten. Ich bin kein anderer Mensch geworden, es ist eher so, dass sich verschiedene Persönlichkeitsmerkmale verstärkt haben und dazu zählt vor allem zu sich selbst zu stehen und sich selbst zu akzeptieren.

bin ich wieder gesund?

Ich möchte leben, ich arbeite, ich gehe meinen Weg. Ich halte Verabredungen und Versprechen ein. Ich empfinde wieder……sehr viel sogar…..ich bin nicht mehr leer. Wenn die Dunkelheit auf mich zurollt, weiß ich was ich tun muss um mit ihr umgehen zu können. Bin ich gesund? Ich weiß es nicht……

Öffentlichkeit…

Lange, sehr lange habe ich mit mir gehadert……etwas zu schreiben, es laut auszusprechen:

ja, ich war schwer depressiv und ja, ich wollte nicht mehr leben.

Das Thema Depression hat mich so unerwartet getroffen, dass ich die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung erst viel später erkennen konnte, denn das es wirklich Depressionen sind, habe ich lange nicht wahrgenommen oder nicht warnehmen wollen. Aber es ist wichtig, wichtig für MICH…noch mal zu reflektieren….was war, wer bin ich, was hat es aus mir gemacht, wo steh ich heute. Dies öffentlich zu tun….ist eine bewusste Entscheidung. Es kann JEDEN treffen, es IST eine Krankheit, sie KANN tödlich enden (Robert Enke, Robin Williams).

Dankbarkeit……

Ich bin sehr dankbar! Meinem Mann….er hat mich fallen sehen, dass war schwer und nicht begreifbar. Er glaubt an mich, in dem er mich machen lässt. Er hindert mich nicht bei meinen neuen Wegen, er geht sie mit….was immer das auch bedeuten könnte. Ich weiß, wie schwer es gewesen sein muss den Fels in der Brandung zu verlieren.

Meinen Eltern…für die es besonders schwer war zu verstehen, die es aber trotzdem versucht haben. Die, ganz egal was ich mache, dass immer irgendwie toll finden und meine Internetaktivität fleißig mit Likes unterstützen und an mich glauben. Ich liebe Euch von Herzen!

Meinem Hausarzt…….nein, er ist kein Therapeut, aber er war da, er hat verstanden, mich nicht unter Druck gesetzt. Er war einfach genau richtig.

Meinen Mädels aus der Reha…..ich hoffe, es geht Euch gut……

Den Menschen, die mit Kaffee vor meiner Tür standen, die versucht haben auf ihre Art damit umzugehen. Menschen, die immer noch da sind, trotz vieler Unwegbarkeiten.

Gregor Meyle….für sein Lied „Du bist das Licht“…….und Sally Brampton für ihr Buch.

Zu guter letzt….Luca…..Er weiß nicht, welch großer Halt er für mich war, oftmals der einzige Halt. Um es mit Sally Brampton zu sagen: „er war mein strahlender Stern, der lebende Fixpunkt in meinem toten Universum.“

In diesem Sinne, Eure Schnimpeline

 testmonster testmonsterblog

Advertisements

53 Gedanken zu “Wer ist man, wenn man nicht mehr ist, wer man ist?

  1. Ich finde es sehr mutig, wie offen du über deine Krankheit sprichst und finde es toll, dass du dich gegen Medikamente entschieden hast (meine persönliche Meinung)! Es fällt schwer, zu verstehen, warum einen die besten und engsten Freunde in Leidens- und Notsituationen in Ruhe lassen. Ob man nun einen großen Verlust erlitten hat, depressiv ist oder einfach nur Unterstützung braucht. Ich versuche zu sehen, dass diese Menschen nicht die Kraft haben, da zu sein. Aber es trifft einen doch… Was für ein Glück du hast, dass deine Familie für dich da ist! Danke dir, dass du deine Gefühle und Erfahrungen mit uns teilst! Ich wünsche dir alles gute aus der virtuellen Ferne!!

    Gefällt mir

    1. Ja, ich verstehe Deinen Unmut darüber nur zu gut. Es tut weh und verletzt…..“meld Dich doch wenn es Dir wieder besser geht“…..Ich versuche nach vorn zu schauen und mich an das zu halten was und vor allem wer wirklich wichtig ist…..LG

      Gefällt mir

      1. Das ist natürlich ganz übel. Aber eigentlich finde ich schon „meld dich wenn du was brauchst“ zu wenig/unangebracht. Die wenigsten Leute, grade bei einer Depression/depressiven Phase/Tendenz, bitten von alleine um Hilfe. Da sollte von alleine etwas kommen… eigentlich. LG zurück

        Gefällt mir

  2. Wie traurig zu lesen und doch wieder so schön, dass es Menschen in Deinem Umfeld gibt, die bei Dir sind und zu Dir stehen. Der sehr intime Einblick in Dein Leben vermittelt all jenen Betroffenen einen Funken Hoffnung.

    Mit einem Tränchen im Auge sende ich Dir herzliche Grüße.
    Häsin

    Gefällt mir

  3. Du machst mich gerade total sprachlos – so ein mutiger Artikel und so eindrucksvoll geschildert! Ich habe es auch durch und kämpfe immer noch…. Du sprichst mir so voll aus der Seele! Danke für Deine Offenheit, das hilft sicher vielen Betroffenen!
    LG Antje

    Gefällt mir

  4. Liebe Schnimpeline,

    vielen Dank für diesen tollen Text, der mich im innersten berührt. Ich glaube, dass er sehr vielen hilft und auch sehr vielen aus der Seele spricht, die es eigentlich gar nicht wissen oder vielleicht auch nicht wahrhaben wollen… denn auch Verleugnung und „es ist doch alles gut“ können Wege sein, um mit der (vielleicht auch nicht bewussten) Krankheit umzugehen.

    Vielen, vielen Dank nochmals und schön dass Du so gekämpfst hast und immer noch kämpfst… Fühle Dich gedrückt!

    LG,
    Danny

    Gefällt mir

  5. Ich bin gerade sehr ergriffen von dem, was du da geschrieben und beschrieben hast…und wieder wird klar, es kann einfach jeden treffen und man sollte nicht wegschauen. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie einen Freunde in so einer schwierigen Zeit allein lassen können. Wahrscheinlich waren sie selbst mit der Situation überfordert, dennoch kann ich es nicht nachvollziehen. Ich finde es mutig, dass du hier darüber berichtet hast. Es ist sicherlich ein großer Schritt, sich zunächst diese Krankeheit einzugestehen und dann auch noch damit an die Öffentlichkeit zu treten. Vielleicht hilfst du aber damit wiederrum anderen Menschen Mut zu machen. Vielen lieben Dank also für deine Offenheit. Ich wünsche dir für deinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute. ♥

    hier geht’s zu meinem Blog ♥

    Gefällt mir

  6. Es ist ein unglaublich berührender Text. Gut geschrieben und absolut nachvollziehbar.
    Ja, die Sache mit den Freunden ist vielleicht erklärbar aber doch auch unheimlich verletzend. Wenn alls gut ist, dann stehen sie vor der Türe und wollen Spaß haben, aber mit depressiven Lebensphasen kommen sie nur schwer zurecht…

    Es ist eigentlich eine wunderbare Fügung… Du hast Deinen Sohn geboren, ihm das Leben geschenkt und er schenkt es Dir unwissentlich zurück. Er ist doch ein Geschenk des Himmels, oder?

    Vielen Dank für diesen offenen Text, für Deine Worte. Ich denke, dass jeder mal durch schwere Zeiten geht und sich überlegt, was das alles eigentlich soll und wozu eigentlich alles… Trotzdem ist es nochmals eine andere Form, wenn man sich aus dem Leben wünscht. Trotzdem, es kann wirklich jeden treffen.

    Ich freue mich, dass es Dir nun besser geht, und ich wünsche Dir alle Kraft der Welt, dass es so bleiben kann. Wie schön, dass Deine Familie Dich so unterstützt! Da sieht man mal wieder wie unglaublich wichtig das ist!

    Ganz liebe Grüße
    Sabine

    Gefällt mir

  7. Ich finde es unglaublich toll das Du so offen darüber schreibst. Oft sind für mich gerade die Menschen die Stärksten die auch zeigen und sagen das eben nicht immer alles toll ist. Im Gegenteil.

    Es ist nicht immer alles die heile Welt die man sich wünscht, es gibt Dinge die einem den Boden unter den Füssen wegreissen, manchmal sind es auch Dinge die man selbst nicht erklären kann. Das alles kenne ich auch.

    Ich verfolge Dich schon eine Weile, auch ich empfinde Dich so wie Du sagst was Menschen über Dich empfinden die Dich wohl nicht richtig kennen. Klar, zielstrebig, strukturiert, organisiert, deutlich, positiv, immer nach vorne schauend, fröhlich, humorvoll, starke Persönlichkeit – aber auch das bist Du wirklich! Ich bewundere schon länger das was Du tust und vor allem wie Du es tust! So anders, ganz individuell. Und jetzt zeigt es noch mehr was Dich ausmacht. Danke für Deine Offenheit!

    Du rockst auf Deine Art und Weise die Welt und ich bin froh das ich aus der Ferne irgendwie daran teilhaben darf 🙂

    Chiara

    Gefällt mir

  8. Gerade in der heutigen Zeit finde ich einfach wichtig das man auch solch wichtigen Dinge anspricht ich danke dir das Du uns einen Einblick in dein Inners geschenkt hast, ich hoffe es macht vielen Menschen Mut und zeigt Ihnen das Sie sich Hilfe holen sollen und sich deshalb auch nicht schämen müssen wenn sie es tun. Fühl dich gedrückt ♥
    Liebe Grüße
    Sandra

    Gefällt mir

  9. Dein Beitrag – er könnte von mir stammen. Jede EIgenschaft, jeder Umgang. Auch bei mir ist die Reha ungefähr ein Jahr her. Mit ähnlichem Ergebnis. Und doch haben wir es beide geschafft. Zumindest ein ganzes Stück. Wir sollten stolz auf uns sein! Auch wenn wir nicht immer so empfinden sind wir doch die Powerfrauen, die unser Umfeld sieht. Denn wir haben wirklich viel geleistet. Wir haben ein echtes Monster besiegt, schlimmer als alles, was im Wandschrank lauern könnte. Ja, auch für mich war das bewegendste, hilfreichste Buch jenes über das Klauenmonster.
    Auch deine Bilder in den Grautönen – wie passend. Auch für mich gab es lange keine Farben. Genau das versuche ich wieder in mein Leben zu integrieren. Farbe zurück zu bringen. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
    Auch dir wünsche ich dies aus vollem Herzen. Viel Erfolg brauche ich dir nicht wünschen. Den wirst du haben, denn du bist stark!
    Liebe Grüße, Tine

    Gefällt mir

  10. Wie unglaublich ehrlich und tief Du schreibst, ist echt berührend. Ich kenne alles, was Du beschreibst. Und ich weiss, dass eine Depression erträglicher wäre, wenn man sie eingipsen könnte. Sichtbar für alle, klar woher und klar warum. Aber diese unsichtbare Krankheit, die gemäss Gesellschaft nur Schwache haben, trifft eben meist genau die Anderen! Diejenigen, die dann gefragt werden: Was? Du? Warum? Du bist doch so stark? Und so glücklich? Du hast doch alles immer im Griff?! Scheisse, nein, eben nicht!! Und das ist es, was krank macht. Ich habe damals das Buch „Burnout, in den Krallen des Raubvogels“ von Knapp gelesen. Weltklasse! Und ich wusste: Ich bin nicht allein. Das macht es erträglicher. Heute bin ich wieder ok. Manchmal mehr, manchmal weniger, aber ich möchte diesen freien Fall nie wieder erleben. Und ich wünsch ihn auch keinem. Bravo Schnimpeline!! 🙂

    Gefällt mir

  11. Liebe Schnimpeline,danke.
    Danke dass du mir aus der Seele sprichst. Es ist sehr mutig von dir,öffentlich über diese Zeit und die Krankheit zu sprechen. Über die Veränderungen,die sie mit sich bringt…
    Die Folgen, zu merken wer sich tatsächlich kümmert.
    Auch wenn ich etwas jünger als du bin,weiß ich verdammt genau,wie es dir ging und geht.
    Und gerade deshalb weiß ich,dass du eine wirklich starke Person bist.
    Es freut mich unheimlich,dass du deinen Sohn und deinen Mann hast,die dir Rückhalt geben!!!
    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!

    Nadine

    Gefällt mir

  12. Liebe schnimpeline, lese gerade Sallys buch und bin beim googlen nach Sally über deinen blog gestolpert. Ich danke dir sehr für diesen Text. Und ich wünschte ich hätte das alles vor einem Jahr gewusst. Wussten denn Deine Freunde wie schwer deine Depression war? Wussten sie das Depression eine tödliche Krankheit sein kann?
    Ich meistere mein Leben, wirke stark, selbstbewusst. Stehe immer wieder auf wenn ich falle. Bin seit Jahren alleinerziehend, meine Tochter ist inzwischen 30, mein Sohn ist jetzt 14 geworden. Ich gehe seit 34 Jahren 40h die Woche arbeiten und meine wenigen Freunde halte ich auf Distanz. Ist es nicht das was Depressive tun? Sich selbst und ihr Umfeld belügen? Wie soll ein Freund erkennen was wirklich los ist?
    Der Vater meines Sohnes ist vor 8 Monate an Suizid verstorben. Wir waren seit ca.10 Jahren getrennt. Vor 5 Jahren habe ich seinen Arzt gebeten ihn direkt auf Depression anzusprechen (ich wusste das er es selbst niemals tun würde) und danach ging es scheinbar aufwärts. Ich habe mir keine Gedanken mehr gemacht.
    Ich hätte mich sorgen müssen, ich hatte aber damit zu tun endlich loszulassen. Ich war wieder auf Distanz. Jetzt mach ich mir täglich Vorwürfe und kann nichts mehr ändern.
    Alle Menschen sollten wissen wie gefährlich eine Depression sein kann und das es eine Krankheit ist.
    Danke das Du darüber geschrieben hast. Alles Gute für Dich! Und immer Freunde an Deiner Seite wenn Du sie brauchst.

    Gefällt mir

    1. Liebe Anett, herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar. Es ist einfach so schwer zu sehen, dass dies eine Krankheit ist. Es fällt dem Erkrankten schon schwer die zu erkennen und für Freunde und Angehörige ist es noch viel schwieriger.

      Ich finde es wunderbar, dass Du dieses Buch liest. Es hat mir viel Hoffnung gegeben. Diese Zeit hat mich wirklich verändert…im positiven Sinne für mich selber. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Steh zu Deinen Schwächen, such Dir Hilfe und nimm Hilfe an, wenn sie Dir angeboten wird.

      Viele liebe Grüße, Andrea

      Gefällt mir

  13. Toll geschrieben.
    Das Buch muss ich mir holen.
    Mir geht es seit ca 3 Jahren so. Seit mir bewusst wurdewurde, dass mein Autounfall mich und mein Leben unwiderruflich verändert hat.
    Auch für mich ist mein Sohn der „Grund zu leben“.
    Er ist mitten im Chaos geboren, ein Jahr nach meinem Unfall…. Alle haben gesagt, jetzt schwanger zu werden ist verrückt und kann nicht gut gehen.
    Ich bin stolz auf mich, dass ich mich gegen “ alle Welt“ durch gesetzt habe und meinen Sohn in mein Leben ließ.
    Ohne ihn wäre ich nicht mehr da. Ob das nun gut oder schlecht ist, mag jeder anders sehen. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob mein Leben lebenswert ist, aber da ist ja ein kleiner Engel, der mich braucht und liebt!!!!!

    Gefällt mir

  14. Ich bin leider nicht in der Lage, deinen Text anders als irgendwie wissenschaftlich und dem Thema überhaupt nicht angemessen zu kommentieren.

    Das, was mir als erstes einfiel, als ich den Blogpost gesehen habe, möchte ich dir trotzdem hier lassen: Deine Gespensterwald-Fotos sind so wunderschön! ♥

    Gefällt mir

    1. Liebe Maren, ich weiß gar nicht was ich zu diesem Kommentar schreiben soll, weil ich natürlich anhand der 2 Sätze, die Du schreibst Dein „Problem“ nicht herauslesen kann. Da ich ja aus Sicht meiner eigenen Erkrankung schreibe, war es im ersten Moment für mich verletztend zu lesen „dem Thema überhaupt nicht angemessen“. Auf der anderen Seite ist die Thematik Psyche auch eine Wissenschaft für sich. Was das Thema Depressionen angeht, stellt sich grundsätzlich die Frage „was ist dem Thema eigentlich angemessen“. LG Andrea

      Gefällt mir

      1. Hallo Andrea,
        huch, tut mir Leid, da gab es wohl ein Missverständnis: Was ich sagen wollte, war, dass ich schlichtweg nicht in der Lage bin, mich zu deiner Situation angemessen zu äußern.

        Ich sehe mich nicht berechtigt, deine eigene, persönliche Erfahrung in irgendeiner Weise zu kommentieren. Dafür bin ich – da ich dich nicht persönlich kenne und tatsächlich bislang eher wissenschaftlichen Kontakt zum Thema Depression hatte – einfach die falsche Person. Das war gar nicht doof gemeint. 🙂

        Das einzige, was ich dir eigentlich schreiben wollte, war, dass ich deine Fotos sehr schön finde und mit dem Gespensterwald tatsächlich persönliches verbinde. Angesichts des Themas fand ich es aber wiederum unangemessen einfach nur ein „wunderschöne Fotos“ darunter zu schreiben. Es war eher entschuldigend gemeint, dass ich aber wirklich nicht mehr zu sagen habe als „wunderschöne Fotos“ – und das eben nicht, weil dein Text mich nicht berührt hätte, sondern, wie gesagt, weil ich mich nicht berechtigt sehe, irgendwas dazu zu dir zu sagen. 🙂

        Ich hoffe, das kam jetzt besser an. Und nach wie vor: Wunderschöne Fotos!

        Liebe Grüße
        Maren

        Gefällt mir

      2. Liebe Maren, ojee dann hab ich das ja komplett falsch verstanden….ist echt der Hammer wie sehr man 2 Zeilen fehlinterpretieren kann. Also ganz herzlichen Dank für Deinen super super netten Kommentar. Viele liebe Grüße, Andrea

        Gefällt mir

  15. mir kamen beim lesen die tränen, da ich mit dieser krankheit unmittelbar zu tun hatte/ habe. ich habe viel darüber gelesen, mit betroffenen gesprochen und mir kraft geholt um dem menschen in meiner nähe beizustehen. ich selber weiss nicht, wie sich eine depression anfühlt, aber ich weiss, wie es ist mit einem menschen umzugehen, die an dieser krankheit leiden.
    ich finde es sooo stark von dir, dass du darüber geschrieben hast, dass du offen darüber reden kannst und die dankesagungen an deine familie und freunde ist einfach klasse.
    ich mag dich so wie du bist und das meine ich verdammt ernst.

    Gefällt mir

  16. Liebe Andrea,

    ein sehr beeindruckender Bericht. Wenn man dich von deinem Blog her kennt, kann man sich das gar nicht wirklich vorstellen, dass so so eine schlimme Krankheitsphase durchgemacht hast.

    Und was sagt man da jetzt? Genau das ist der Punkt für Außenstehende: man will nicht oberflächlich rüber kommen, man will den Betroffenen nicht verletzen oder in Verlegenheit bringen und deswegen schweigen viele oder wenden sich gar ab. Die pure Unsicherheit. Ich hatte vor einigen Jahren direkt in meinem Umfeld mit jemandem zu tun, der an Depressionen erkrankt war. Das wurde zuerst von ihm selber und der Familie unter Verschluß gehalten, wir wussten es alle nicht. Bis er versuchte, sich umzubringen, was zum Glück nicht gelang. Später sprach ich ihn bei einer Gelegenheit direkt darauf an, wie das so ist, wenn man depressiv ist, wie es ihm geht und was man als Außenstehender tun kann oder soll. Er fing an zu reden und ich hatte das Gefühl, dass es genau das war, was er in dem Moment brauchte: jemanden, den es interessierte, der verstehen wollte und der zuhörte. Hätte aber auch ganz anders laufen können. Manche sagten später zu mir „Wie konntest du nur? Du kannst ihn doch nicht so in Verlegenheit bringen, das ist ihm doch sicher peinlich.“

    Tja, es ist und bleibt schwierig, man kann eben nicht einfach Wundsalbe XY oder Grippemittel Z empfehlen und gut isses. Und viele Betroffene verstecken es halt auch, statt offen damit umzugehen, was vielleicht auch wieder ein Symptom ist.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    Gefällt mir

    1. Ja…es ist ein irgendeiner Form eine Krankheit für die man sich schämt…..man ist halt irgendwie „psycho“. Es ist genau falsch die Leute nicht anzusprechen. Was hingegen gar nicht hilft ist Druck….das ist definitiv so. Es ist als wäre man gefangen in etwas…

      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!

      Gefällt mir

  17. Hallo Andrea,
    es war für dich bestimmt nicht leicht darüber zu schreiben, ich kann dich hut verstehen. Warum, das erfährst du unten.

    Ja, das Thema Depression Burnout und Suizid ist leider einfach nicht ausgebreitet und wird einfach zu wenig angesprochen. Ein Tabu Thema. Ich habe den Eindruck ,dass es hinter gehaltener Hand gesprochen wird. Es gibt Kampagnen über Alkohol, Missbrauch, Drogen aber zu den Themen Depression und Suizid gibt es bis jetzt noch keine nationale Aufklärungskampagne. Ich selbst habe mich jetzt in diesen zwei Wochen stark damit beschaffen. Warum ?

    Wir selbst sind seit zwei Wochen überrollt worden mit diesen Thema. Ein Kind aus unserer Familie hat es getroffen, womit wir niemals gerechnet hätten.Man selbst als Mutter stellt sich die Frage, warum habe ich es nicht gesehen, oder wollte ich es nicht? Nun ist derjenige in Stationärer Behandlung und das noch für eine ungewisse Zeit, eins wissen wir aber seit gestern. Nach der Diagnostik möchte er in die Tagesklinik gehen. Besuchszeiten sind erst einmal tabu für uns erst übernächste Woche. Aber einen Anruf am Tag 30 Minuten darf getätigt werden. Somit ist auch der geplante Familien Sylt Urlaub für ihn nichts. Was ich als gut empfunden hätten, aber die Ärzte und auch er meinte er will das jetzt durchziehen, was ich auch einerseits gut verstehen kann.

    Eine interessant Seite dazu habe ich jetzt im Internet gefunden und zwar Freundin fürs Leben. Ich wünsche dir alles liebe Gute und für eine Offenheit. Tina-Maria

    Gefällt mir

    1. Das Schreiben an sich war gar nicht schwer…ehr die Frage ob ich es veröffentliche oder nicht. Ich habe mit großem Herzklopfen auf „publizieren“ gedrückt und bin froh darüber. Ich wünsche Euch und Euren Freunden ganz viel Kraft für diese schwere Zeit. LG Andrea

      Gefällt mir

  18. Hat dies auf limalisoy rebloggt und kommentierte:
    Andrea spricht aus, was sich viele nicht trauen! Ich schließe mich damit nicht aus, denn auch ich habe eine solche Zeit hinter mir ….

    Gefällt mir

  19. Hallo Andrea,

    ich musste deinen Beitrag gerade rebloggen. Das Buch von Sally liegt auch bei mir – wie noch ein paar andere. Mein Tiefpunkt begann auch mit einem Zusammenbruch und das auch noch vor den Augen meiner Kinder. Der Körper machte nicht mehr mit, was der schauspielernde Geist vor den Augen der anderen verbergen wollte… Ich bin noch nicht so lange raus aus der Nummer, aber freue mich über jeden Tag, an dem ich ins Licht sehen kann und das Dunkle nur eine Erinnerung bleibt. Vielleicht habe ich auch mal den Mut, darüber zu bloggen. Zu erzählen gäbe es genug…
    Liebe Grüße,
    Yvonne

    Gefällt mir

      1. Du hast mich dazu ermutigt 🙂 Manchmal braucht es nur Vorbilder, um auf den Zug aufzuspringen…
        Liebe Grüße, Yvonne

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s